Heidegger: Sprache und Ereignis

„Wenn die Götter die Erde rufen und im Ruf eine Welt wider­hallt und so der Ruf anklingt als Da-sein des Menschen, dann ist Sprache als geschichtliches, Geschichte gründendes Wort.

Sprache und Ereignis. Aufklang der Erde, Widerklang der Welt. Streit, die ursprüngliche Bergung der Zerklüftung, weil der innigste Riß. Die offene Stelle.

Sprache, ob gesprochen oder geschwiegen, die erste und wei­teste Vermenschung des Seienden. So scheint es. Aber sie gera­de die ursprünglichste Entmenschung des Menschen als vor­handenes Lebewesen und »Subjekt« und alles Bisherigen. Und damit Gründung des Da-seins und der Möglichkeit der Ent­menschung des Seienden.

Die Sprache gründet im Schweigen. Das Schweigen ist das verborgenste Maß-halten. Es hält das Maß, indem es die Maßstabe erst setzt. Und so ist die Sprache Maß-setzung im Inner­sten und Weitesten, Maß-setzung als Erwesung des Fugs und seiner Fügung (Ereignis). Und sofern die Sprache Grund des Da-seins, liegt in diesem die Maßigung und zwar als der Grund des Streites von Welt und Erde.“ (p. 510) #Heidegger #Sprache #Ereignis