Malinowski: Falte

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“Serres’ Konzept der gefalteten Raum-Zeit ist mehrfach inspiriert und dementsprechend auch verschieden funktionalisiert. Besondere Relevanz kommt dabei dem topologischen Begriff der Falte als einer gleichermaßen philosophischästhetischen wie mathematischen Denkfigur zu.” (p. 386) #Malinowski #Serres #RaumZeit #Falte

Malinowski, Bernadette, Literarische Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie: Kehlmann – Del Giudice – Serres. Berlin/Boston: De Gruyter 2021. 537 S., ISBN 978-3-11-063974-2.

Stengers: Nommer Gaïa

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Nommer n’est pas dire le vrai, mais conférer à ce qui est nommé le pouvoir de nous foire sentir et penser sur le mode qu’appelle le nom. En l’occurrence, il s’agit de résister à la tentation de ramener à un simple «problème» ce qui fait événement, ce qui nous met à la question. Mais aussi de faire exister la différence entre la question imposée et la réponse à créer. Nommer Gaïa comme «celle qui fait intrusion», c’est aussi la caractériser comme aveugle, à la manière de tour ce qui fait intrusion, aux dégâts qu’elle occasionne.” (p. 49) #Stengers #nommer #Gaïa

Stengers, Isabelle, Au temps des catastrophes. Résister à la barbarie qui vient. Paris: La Découverte 2009.

Heidegger: Ereignis

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“Die Wahrheit des Seyns ist das Ereignis.” (p. 70) #Heidegger #Wahrheit #Seyn #Ereignis

Heidegger, Martin, Zum Wesen der Sprache; herausgegeben von Thomas Regehly; Bd. 74 (Gesamtausgabe). Frankfurt a.M.: Klostermann 2010.

Adorno: Liebe

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“Dem Gekränkten, Zurückgesetzten geht etwas auf, so grell wie heftige Schmerzen den eigenen Leib beleuchten. Er erkennt, daß im Innersten der verblendeten Liebe, die nichts davon weiß und nichts wissen darf, die Forderung des Unverblendeten lebt. Ihm geschah unrecht; daraus leitet er den Anspruch des Rechts ab und muß ihn zugleich verwerfen, denn was er wünscht, kann nur aus Freiheit kommen. In solcher Not wird der Verstoßene zum Menschen. Wie Liebe unabdingbar das Allgemeine ans Besondere verrät, in dem allein jenem Ehre widerfährt, so wendet tödlich nun das Allgemeine als Autonomie des Nächsten sich gegen sie. Gerade die Versagung, in der das Allgemeine sich durchsetzte, erscheint dem Individuum als Ausgeschlossensein vom Allgemeinen; der Liebe verlor, weiß von allen sich verlassen, darum verschmäht er den Trost.” (p. 308) #Adorno #Liebe

Adorno, Theodor W., Minima Moralia: Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Berlin, Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 1951. 488 S.

Welzer: Eigenverantwortung

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“Zum Wertehorizont bürgerlicher und kleinbürgerlicher Kultur im Nachkriegsdeutschland gehörte nicht nur Sparsamkeit, sondern auch – bei aller Wertschätzung von Autoritätsverhältnissen – Eigenverantwortung. Gefasst in die markige Formulierung »für etwas geradestehen« galten Verfehlungen dann als heilbar, wenn man sich zu ihnen bekannte und zerknirscht bereit war, die Konsequenzen zu tragen: Strafe auf sich zu nehmen, einen Schaden zu beseitigen oder zu mildern usw. Das Selbstideal, für etwas geradezustehen, was man angerichtet hat, bedeutet auch, die Konsequenzen des eigenen Handelns abzuwägen und etwas nur dann zu tun, wenn man es nach Lage der Dinge verantworten kann. Es ermöglicht daher auch, Risiken einzugehen und Grenzen zu überschreiten, im Bewusstsein dessen, dass man für die Folgen solcher Überschreitung verantwortlich ist und auch sein kann. Damit hält Eigenverantwortung die Verbindung zwischen Entscheidung und Folgen aufrecht, die notwendig für achtsames Verhalten ist.” (p. 137) #Welzer #Eigenverantwortung #Risiken

Welzer, Harald, Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. Frankfurt a.M.: S. Fischer 2013.