Habermas: Das Verständigungsparadigma

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“Wenn wir für einen Augenblick das Modell verständigungsorientierten Handelns, das ich an anderem Ort entwickelt habe, voraussetzen dürfen, ist jene objektivierende Einstellung, in der sich das erkennende Subjekt auf sich selbst ebenso wie auf Entitäten in der Welt richtet, nicht länger privilegiert. Im Verständigungsparadigma ist vielmehr grundlegend die performative Einstellung von Interaktionsteilnehmern, die ihre Handlungspläne koordinieren, indem sie sich miteinander über etwas in der Welt verständigen. Indem Ego eine Sprechhandlung ausführt und Alter dazu Stellung nimmt, gehen beide eine interpersonale Beziehung ein. Diese ist durch das System der wechselseitig verschränkten Perspektiven von Sprechern, Hörern und aktuell unbeteiligten Anwesenden strukturiert. Dem entspricht auf grammatischer Ebene das System der Personalpronomina. Wer in dieses System eingeübt ist, hat gelernt, wie man in performativer Einstellung die Perspektiven der ersten, zweiten und dritten Personen jeweils übernimmt und ineinander transformiert.” (p. 346f.) #Habermas #Verständigungsparadigma #Handlung #Sprechhandlung

Habermas, Jürgen, Der philosophische Diskurs der Moderne: Zwölf Vorlesungen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 1985. 450 S.

Merleau-Ponty: La conscience

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“La conscience ne peut jamais s’objectiver en conscience-de-malade ou conscience-d’infirme, et, même si le vieillard se plaint de sa vieillesse ou l’infirme de son infirmité, ils ne peuvent le faire que quand ils se comparent à d’autres ou quand ils se voient par les yeux des autres, c’est-à-dire quand ils prennent d’eux-mêmes une vue statistique et objective, et ces plaintes ne sont jamais tout à fait de bonne foi : revenu au cœur de sa conscience, chacun se sent au delà de ses qualifications et du coup s’y résigne.” (p. 496) #Merleau-Ponty #conscience

Merleau-Ponty, Maurice, Phénoménologie de la perception. Paris: Gallimard 1945.

Röttgers: Text und Körperlichkeit

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“Fremd-Körper im Text. Wo der sprachliche Text Lücken oder Freiräume lässt, fügt sich Körperlichkeit ein.” (p. 111) #Röttgers #Text #Körperlichkeit

Röttgers, Kurt, Fremd-Körper im Text, in: Werner L. Hohmann/David Schraven (Hgg.), Identität: Das Eigene, das Andere und das Fremde. Essen: Correctiv 2020, 102–115.

Sartre: Sein

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“Das Sein ist. Das Sein ist an sich. Das Sein ist das, was es ist. Das sind die drei Merkmale, die die vorläufige Unter­suchung des Seinsphänomens uns dem Sein der Phäno­mene zuzuschreiben erlaubt.” (p. 44) #Sartre #Sein

Sartre, Jean-Paul, Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie; herausgegeben von Traugott König. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1991. 1160 S., ISBN 3 498 06262 x.

Thom: Catastrophe

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“Le mot « catastrophe » n’a donc pas ici cette connotation négative qu’il a en revanche dans la langue de tous les jours… tout simplement, en chaque point v de l’ensemble catastrophique K, les choses changent…” (p. 6) #Thom #catastrophe

Thom, René, Paraboles et catastrophes. Entretiens sur les mathématiques, la science et la philosophie réalisés par Giulio Giorello et Simona Morini. Paris: Flammarion 1983.