Starobinski: Das Fest bei Rousseau

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“Wichtig ist aber auch die Feststellung, daß Rousseau das Bedürfnis empfunden hat, durch das Fest die Ungleichheit zu kompensieren, die er in der Alltagsordnung akzeptiert: er hat keine Ruhe, bevor er nicht die wirkliche Ungleichheit in der Weinseligkeit des Winzerfestes aufgelöst hat. Vom Wein befördert (von dem man maßvoll genossen hat) stiftet eine Gleichheit der Gefühle neue menschliche Beziehungen.” (p. 149) #Starobinski #Rousseau #Fest #Ungleichheit

Starobinski, Jean, Rousseau. Eine Welt von Widerständen; übersetzt von Ulrich Raulff. Frankfurt/M.: Fischer Taschenbuch Verlag 2012.

Starobinski: Der revolutionäre Terror

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“Die Gewißheit der eigenen Unschuld geht einher mit einer nicht minder unerschütterlichen Gewißheit (man könnte sie verrückt nennen) der Schuld der anderen. Der revolutionäre Terror wird dann gegen vermeintlich Schuldige wüten”. (p. 30) #Starobinski #Schuld #Unschuld #Terror

Starobinski, Jean, Rousseaus Anklage der Gesellschaft [Gastvorlesung am 11. Juni 1976 zur Feier der zehnjährigen Gründung der Universität Konstanz] (Konstanzer Universitätsreden). Konstanz: Universitätsverlag Konstanz 1977.

Starobinski: Volonté générale bei Rousseau

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“[Die politische Autorität bei Rousseau] hat ihre Quelle in einer freien Subjektivität – der volonté générale; sie geht vom ‘kollektiven Ich’ aus, das sich im Zusammenwirken des Willens der Indiviuen, die das Wohl der Allgemeinheit wünschen, konstituiert. […] Die Legitimität der politischen Macht besteht ausschließlich in einem Bewußtseinsakt (aller und jedes einzelnen), der sich am gemeinsamen Vorteil orientiert. Die Formulierung dieser volonté hört auf, legitim zu sein, sobald sie nicht mehr an ihrer Quelle selbst statthat, das heißt, sobald sie ‘Repräsentanten’, ‘Abgeordneten’ anvertraut wird.” (p. 26) #Starobinski #Rousseau #VolontéGénérale

Starobinski, Jean, Rousseaus Anklage der Gesellschaft [Gastvorlesung am 11. Juni 1976 zur Feier der zehnjährigen Gründung der Universität Konstanz] (Konstanzer Universitätsreden). Konstanz: Universitätsverlag Konstanz 1977.

Starobinski: Rousseau und der Terreur

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“Ich denke hier an die Phase der Terreur in der Französischen Revolution. Gewiß nicht, um in Rousseau ihren Theoretiker zu sehen (obwohl Robespierre den Kern seiner Ideen aus Rousseau geschöpft hat), sondern weil mir terroristische Herrschaft auf der politischen Szene dem ähnlich zu sein scheint, was sich auf der geistigen Szene in Rousseaus autobiographischen Schriften abspielt. Um sich die Überzeugung seiner völligen Unschuld zu bewahren, muß Jean-Jacques das Übel nach außen verlegen und es einer universellen, von seinen Feinden getragenen Verschwörung zur Last legen.” (p. 29) #Starobinski #Rousseau #Terreur

Starobinski, Jean, Rousseaus Anklage der Gesellschaft [Gastvorlesung am 11. Juni 1976 zur Feier der zehnjährigen Gründung der Universität Konstanz] (Konstanzer Universitätsreden). Konstanz: Universitätsverlag Konstanz 1977.

Starobinski: Rousseaus Eigendünkel

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“Indem er [i.e. Rousseau] sich um jeden Preis ins Recht setzen und Nutznießer einer unangreifbaren Wahrheit sein will, verabsolutiert er seine eigene Überzeugung und wird der Gefangene dessen, was Hegel Eigendünkel nennen wird. Die Autonomie des Ichs verkehrt sich durch übertriebene Sorge um ihre eigene Makellosigkeit in Unterwerfung, Abhängigkeit und abgöttische Liebe.” (p. 29) #Starobinski #Rousseau #Eigendünkel #Hegel

Starobinski, Jean, Rousseaus Anklage der Gesellschaft [Gastvorlesung am 11. Juni 1976 zur Feier der zehnjährigen Gründung der Universität Konstanz] (Konstanzer Universitätsreden). Konstanz: Universitätsverlag Konstanz 1977.