Luhmann: Medium und Form

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“Die allgemeine Unterscheidung von Medium und Form hat eine sehr große Reichweite. Sie erfaßt Wahrnehmungen ebenso wie Sprache. Im gesamten Bereich von Sinn kann man nach Medium und Form unterscheiden, denn Sinn ist das Medium schlechthin, das jede Formbildung als-Selektion erscheinen läßt.” (p. 36) #Luhmann #Medium #Form #Sinn

Luhmann, Niklas, Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2002.

Luhmann: Operative Schließung

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“Operative Schließung kann also niemals bedeuten, daß ein auto-poietisches System so operiert, als ob es keine Umwelt gäbe; und erst recht ist die ganz unsinnige Extremvorstellung abzulehnen, daß mit der Theorie der Autopoiesis Existenzannahmen ausgeschlossen sind. Operative Schließung besagt jedoch, daß Kognition eine bestimmte Form annimmt, für die es in der Umwelt keine Entsprechungen gibt, nämlich die Form der Bezeichnung von etwas im Unterschied zu anderem.” (p. 372) #Luhmann #OperativeSchließung #Autopoiesis

Luhmann, Niklas, Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2002.

Luhmann: Macht

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“Man muß also zwischen gesellschaftlich diffus zerstreuter Macht und politischer Macht unterscheiden. Selbstverständlich ist auch politische Macht gesellschaftliche Macht. Die Besonderheiten politischer Macht folgen aus der Ausdifferenzierung eines politischen Systems und erfordern daher eine systemtheoretische Analyse.” (p. 76) #Luhmann #Macht

Luhmann, Niklas, Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2002.

Luhmann: Vergangenheit und Zukunft

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“In dem Maße, als die durch Gegenwart »unterbrochene« Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft Entscheidungen erfordert, ist auch Politik mit ihrer Funktion, die Möglichkeit kollektiv bindenden Entscheidens sicherzustellen, stärker gefragt. Und es scheint, daß die Gesellschaft sich darauf durch Ausdifferenzierung eines autonomen, selbst evolutionsfähigen politischen Systems vorbereitet hat. Wenn nun aber das Angewiesensein auf Evolution in den Systemen reflektiert und als Theorie der Systeme in die Systeme eingeführt wird, wächst auch die Einsicht in die Unprognostizierbarkeit künftiger Gegenwarten bei gleichzeitiger Angewiesenheit auf gegenwärtig zu erstellende Zukunftsprognosen. Prognosen können, und das ist ihr Vorteil, revidiert werden. Entscheidungen dagegen nicht. Prognosebasierte, erwartungsgesteuerte Entscheidungen finden sich daher erosiven Bedingungen der Selbstverunsicherung ausgesetzt. Sie können absehen, daß sie morgen von gestern sein und angesichts ihrer Folgen einer veränderten Bewertung unterliegen werden. Das Zukunftsverhältnis von Entscheidungen läßt sich somit nur noch im Begriff des Risikos fassen.” (p. 433) #Luhmann #Vergangenheit #Zukunft #Entscheidungen #Risiko

Luhmann, Niklas, Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2002.

Luhmann: Gesellschaft, Bewußtsein und Kommunikation

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“Gesellschaft kann nur durch Bewußtsein irritiert werden, also weder biologisch, noch chemisch, noch physikalisch. Kommunikation ist somit nur an Bewußtsein und an keinerlei andere Umweltsachverhalte gekoppelt. Alle anderen Umweltereignisse können nur destruktiv wirken.” (p. 374) #Luhmann #Gesellschaft #Bewußtsein #Kommunikation

Luhmann, Niklas, Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2002.