Röttgers: Der Abgrund

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„Das Subjekt verschwindet, die Spur, die Leere, die das Verschwinden hinterlässt, ist ein Abgrund des Schweigens im kommunikativen Text. Dieser Abgrund gleicht jenem, den Heidegger als Abgrund anspricht, wenn er vom Erschweigen der Wahrheit des Seyns spricht. Diese lässt sich eben nicht aussagen im Sinne von Informationen-über, sondern bildet den Hintergrund und Abgrund allen Redens. Das Ereignis bricht das Immergleiche zu einem Abgrund auf, aus dem heraus gemäß Heidegger der andere Anfang der Philosophie möglich sein müsste. Der Abgrund, den das Neue im Gewohnten aufreißt, ist nicht einfach die aus der Phänomenologie der Sichtbarkeit bekannte Verschiebung von Perspektiven. Im Abgrund des Neuen geht es um Unsichtbarkeit. […] Das Chaos im Abgrund ist seiner ontologischen Natur nach ein vielfältiges.“ (p. 230sq.) #Röttgers #Heidegger #Subjekt #Abgrund #KommunikativerText #Chaos

Röttgers, Kurt, Das Soziale denken. Leitlinien einer Philosophie des kommunikativen Textes. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2021. 756 S., ISBN 978-3-95832-239-4.

Röttgers: Der Totalitarismus der Fraternité

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„Dabei ist allerdings zweierlei zu unterscheiden: einerseits der von Rousseau ausgehende Totalitarismus einer Fraternité, die gerade keinen Vater kennt, erst recht keine Mutter, sondern nur die absolute Transparenz aller für alle, kulminierend im Führer/Leviathan oder dem allwissenden und allmächtigen Geheimdienst, der absichert, dass wir uns als großes »Wir« (in Abgrenzung von den anderen tendenziell bedrohlichen außerhalb dieser Großen Gemeinschaft) fühlen dürfen oder sollen“. (p. 268) #Röttgers #Rousseau #Totalitarismus #Fraternité #Transparenz

Röttgers, Kurt, Das Soziale denken. Leitlinien einer Philosophie des kommunikativen Textes. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2021. 756 S., ISBN 978-3-95832-239-4.

Neu :: Friesen/Mittelstädt: Sozialphilosophie. Analyse und Kritik des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft

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“In diesem Band wird das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft analysiert und die sich daraus ergebenden Probleme aufgezeigt und diskutiert.
Die Entwicklung der modernen Welt mit ihrer veränderten Wirtschaftsordnung und der auf das Ideal der ‚Humanitas‘ abzielenden Aufklärungs- und Bildungsrevolte war ausschlaggebend für das Auftreten des „Individuums“ und der Reflexion seines „Verhältnisses zur Gesellschaft“. Seit dieser Zeit befinden sich die Kategorien von „Individuum“ und „Gesellschaft“ in einem Spannungsfeld, das durch zwei im Wesentlichen gegensätzliche Denkrichtungen konstituiert ist, die sich mit Individualismus und Kollektivismus umschreiben lassen. Im Band soll eine philosophische Perspektivierung auf das Soziale erfolgen, um so ergänzende und neuartige Einblicke in das Wesen des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft zu gewinnen. Mit Beiträgen von Hans Friesen, Detlef Horster, Karl Mertens, Karin Mittelstädt, Michael Reder, Martin W. Schnell und Manja Unger-Büttner.“ #Friesen #Mittelstädt #Sozialphilosophie

Röttgers: Soziale Prozesse

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„Aber es gilt sich von der Illusion zu erholen, als gingen die sozialen Prozesse in der Postmoderne weiter vom Landwirt, vom Priester oder vom Politiker aus.“ (p. 365) #Röttgers #Postmoderne #SozialeProzesse

Röttgers, Kurt, Das Soziale denken. Leitlinien einer Philosophie des kommunikativen Textes. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2021. 756 S., ISBN 978-3-95832-239-4.