Solomon: Foucault on History and Philosophy

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“Foucault is careful to explain that this amalgam of history and philosophy must not be understood in a cumulative way (philosophy of history or history of philosophy), but rather as a process of creating a story, ‘fabricating as through fiction’”. (p. 141sq.) #Solomon #Foucault #history #philosophy #fiction

Solomon, Jon, Foucault, 1978: The Biopolitics of Translation and the Decolonization of Knowledge, in: materiali foucaultiani VI (2017), 141–172.

Habermas: Die säkulare Moderne

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“Die säkulare Moderne hat sich aus guten Gründen vom Transzendenten abgewendet, aber die Vernunft würde mit dem Verschwinden jeden Gedankens, der das in der Welt Seiende im Ganzen transzendiert, selber verkümmern. Die Abwehr dieser Entropie ist ein Punkt der Berührung des nachmetaphysischen Denkens mit dem religiösen Bewusstsein, solange sich dieses in der liturgischen Praxis einer Gemeinde von Gläubigen verkörpert und damit als eine gegenwärtige Gestalt des Geistes behauptet. Der Ritus beansprucht, die Verbindung mit einer aus der Transzendenz in die Welt einbrechenden Macht herzustellen. Solange sich die religiöse Erfahrung noch auf diese Praxis der Vergegenwärtigung einer starken Transzendenz stützen kann, bleibt sie ein Pfahl im Fleisch einer Moderne, die dem Sog zu einem transzendenzlosen Sein nachgibt – und so lange hält sie auch für die säkulare Vernunft die Frage offen, ob es unabgegoltene semantische Gehalte gibt, die noch einer Übersetzung »ins Profane« harren.” (II, p. 807) #Habermas #SäkulareModerne

Habermas, Jürgen, Auch eine Geschichte der Philosophie: Band 1: Die okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen – Band 2: Vernünftige Freiheit. Spuren des Diskurses über Glauben und Wissen. Berlin: Suhrkamp Verlag 2019. 1700 S., ISBN 978-3-518-58734-8.

Neu :: Malabou: Il n’y a pas eu de Révolution. Réflexions anarchistes sur la propriété et la condition servile en France

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“La Révolution n’a pas eu lieu. Tel est le constat brutal que tire Proudhon (1809-1865) dans „Qu’est-ce que la propriété ?“, écrit en 1840. Au cours de sa vie, il aura connu les passages constants de la monarchie à la République, de la République à l’Empire, l’ambiguïté, sinon l’obscurité du legs politique postrévolutionnaire, mal dégagé de la gangue féodale. 1789 n’a aboli les privilèges qu’en surface. Dans quelle mesure ce constat s’impose-t-il encore deux cents ans après ? Dans ses réflexions sur la propriété, le pouvoir et la condition servile en France, ce livre propose de cheminer avec Proudhon le temps d’une lecture très libre de son chef-d’œuvre. De voir en quoi ce texte demeure indispensable non seulement à l’élaboration d’une critique contemporaine de la propriété privée mais encore, ce qui en est indissociable, à une analyse de la situation politique française aujourd’hui.” #Malabou #Proudhon #révolution #propriété

Malabou, Catherine, Il n’y a pas eu de Révolution. Réflexions anarchistes sur la propriété et la condition servile en France. Paris: Rivages 2024. 120 S., ISBN 978-2-7436-6244-8.

Neu :: Koselleck: Geronnene Lava. Texte zu politischem Totenkult und Erinnerung

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“Der »gewaltsam Umgebrachten« zu gedenken, gehört zum Kern der politischen Kultur. Reinhart Koselleck hat mit seinen wegweisenden Arbeiten zum »Totenkult« ein neues Forschungsfeld erschlossen: die europäischen Denkmalslandschaften in ihrer ganzen historischen, ästhetischen und politischen Komplexität. Ob es sich um Opfer für das Vaterland oder um solche von Kriegen und Gewaltherrschaft handelt, ob Menschen in Bürgerkriegen und Revolutionen oder durch Staatsverbrechen, politischen oder religiösen Terror umgebracht wurden – alle sind »getötete Tote«. Ohne ihrer zu gedenken, so der Humanist Koselleck, ist ein Weiterleben nicht möglich. 

Der Band versammelt Kosellecks Aufsätze zum politischen Totenkult, publizistische Beiträge zu den Debatten über die »Neue Wache« und das Holocaustmahnmal in Berlin, theoretische Überlegungen zum Erinnerungsbegriff und unveröffentlichte autobiografische Notizen über seine Erfahrungen in Krieg und russischer Gefangenschaft. In Distanz zur populären »Erinnerungskultur« betonen sie die Unhintergehbarkeit der Differenz zwischen individueller Erfahrung und kollektiven Erinnerungskonstruktionen. Die Historie soll solche kollektiven Identitäten nicht stiften, sondern kritisch analysieren. Darin liegt für Koselleck die Aufgabe der Geschichtswissenschaft.” #Koselleck #Gedenken #Totenkult #Geschichtswissenschaft

Koselleck, Reinhart, Geronnene Lava. Texte zu politischem Totenkult und Erinnerung; herausgegeben von Manfred Hettling, Hubert Locher und Adriana Markantonatos. Berlin: Suhrkamp 2023, ISBN 978-3-518-58796-6.

Foucault: Diskursive Formationen

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“Eine diskursive Formation spielt also nicht die Rolle einer Figur, die die Zeit anhält und für Jahrzehnte oder Jahrhunderte einfriert; sie determiniert eine zeitlichen Prozessen eigene Regelmäßigkeit; sie setzt das Artikulationsprinzip zwischen einer Serie von diskursiven Ereignissen und anderen Serien von Ereignissen, von Transformationen, von Veränderungen und Prozessen fest. Sie ist nicht zeitlose Form, sondern Entsprechungsschema zwischen mehreren Serien.” (p. 109) #Foucault #DiskursiveFormation #Serie #Prozess

Foucault, Michel, Archäologie des Wissens; übersetzt von Ulrich Köppen. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1973.