Starobinski: Volonté générale bei Rousseau

Zitat

„[Die politische Autorität bei Rousseau] hat ihre Quelle in einer freien Subjektivität – der volonté générale; sie geht vom ‚kollektiven Ich‘ aus, das sich im Zusammenwirken des Willens der Indiviuen, die das Wohl der Allgemeinheit wünschen, konstituiert. […] Die Legitimität der politischen Macht besteht ausschließlich in einem Bewußtseinsakt (aller und jedes einzelnen), der sich am gemeinsamen Vorteil orientiert. Die Formulierung dieser volonté hört auf, legitim zu sein, sobald sie nicht mehr an ihrer Quelle selbst statthat, das heißt, sobald sie ‚Repräsentanten‘, ‚Abgeordneten‘ anvertraut wird.“ (p. 26) #Starobinski #Rousseau #VolontéGénérale

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Rousseau: Legislation

Zitat

„Voici donc les principes selon moi doivent servir de base à leur legislation: tirer parti de leur peuple et de leur pays autant qu’il sera possible; cultiver et rassembler leurs propres forces, ne s’appenger que sur elles, et ne songer pas plus aux puissances étrangéres que s’il en existoit aucune“ (p. 904) #Rousseau #legislation

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Nancy: Das Andere und die Lust

Zitat

„Das Andere wird zum ANDEREN im Modus der Lust oder des Hasses. Die Vergötterung des Anderen (verbunden mit freiwilliger Dienstbarkeit) oder seine Verteufelung (verbunden mit seinem Ausschluß und seiner Vernichtung) sind das Los der Neugier, die nicht mehr interessiert ist an Dis-Position und Miterscheinung, sondern zur Lust auf die Position selbst geworden ist: fixieren, sich den Ursprung ein für alle Mal und an einem Ort für immer, also immer außerhalb der Welt, verschaffen. Deshalb ist diese Lust Mordlust, und nicht nur Lust auf Mord, sondern auf jene Steigerung der Grausamkeit und des Horrors, die tendenziell die Intensivierung des Mords ist: Versehrung, Zerfleischen, Verbissenheit, akribisches Exekutieren, Freude am Todeskampf, oder auf anderer Ebene: Massaker, Massengrab, technische Massenexekution, Lagerökonomie. Dabei handelt es sich immer darum, das Andere zum ANDEREN hochzustilisieren, oder das ANDERE anstelle des Anderen auftauchen zu lassen und so die Identität des Anderen und den Ursprung in ihm festzuhalten.

Das ANDERE ist nichts weiter als das Korrelat dieser verrückten Lust, während die Anderen in Wahrheit unsere ursprünglichen Interessen sind.“ (p. 45f.) #Nancy #DasAndere #Lust

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