Weber: Herrschaftsfreie unmittelbare Demokratie

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„Herrschaftsfreie unmittelbare Demokratie und Honoratiorenverwaltung bestehen ferner nur so lange genuin, als keine Parteien als Dauergebilde entstehen, sich bekämpfen und die Aemter zu appropriieren suchen. Denn sobald dies der Fall ist, sind der Führer der kämpfenden und — mit gleichviel welchen Mitteln — siegenden Partei und sein Verwaltungsstab herrschaftliches Gebilde, trotz Erhaltung aller Formen der bisherigen Verwaltung.“ (p. 171) #Weber #Demokratie #Parteien #Führer

Weber, Max, Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der Verstehenden Soziologie; herausgegeben von Johannes Winckelmann. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 51980.

Nancy: Demokratie

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„Die Demokratie ist zuerst eine Metaphysik und sodann erst eine Politik.“ (p. 70) #Nancy #Demokratie

Nancy, Jean-Luc, Wahrheit der Demokratie. Ein Werk über Demokratie als Revolution in der Schwebe – und ein Aufruf, Partizipation zu erkämpfen. Wien: Passagen Verlag 2009.

Neu :: Sievi: Demokratie ohne Grund – kein Grund für Demokratie?

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„Der Poststrukturalismus dekonstruiert liberal-demokratische Begriffe und lehnt Letztbegründungen für normative Ordnungen ab. Kritiker werfen ihm daher eine Unvereinbarkeit mit einer demokratischen Haltung vor. Derrida, Butler, Laclau und Mouffe vertreten dennoch eine zukünftige und radikale Demokratie. Wie ist dieser »ethical turn« zu beurteilen? Wie gelangen die Wissenschaftler von einer behaupteten Grundlosigkeit zu Gründen für die Demokratie?
Luzia Sievi liefert eine detaillierte Analyse sowohl zu den Kritiken an der Demokratie als auch zu den Demokratieentwürfen der genannten Denker – und zeigt, welche Werte und Erkenntnisse bewirken, dass aus scharfen Kritikern starke Verfechter der Demokratie werden.“ #Sievi #Poststrukturalismus #Demokratie #Derrida

Furet: Rousseau und die Revolution

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„Das Ironische an der Geschichte ist, daß die Revolution in dem Augenblick, als sie glaubte, die Ideen von Rousseau zu verwirklichen, im Gegenteil die Wahrheit seines Pessimismus bewies, d.h. den unendlichen Abstand zwischen dem Recht und dem tatsächlichen Sachverhalt, die Unmöglichkeit einer Vermählung der demokratischen Praxis mit der Theorie der Demokratie. Aus dieser fruchtbaren Diskrepanz – fruchtbar, weil sie unermüdlich mit Worten beschworen wird – entstand der geschwätzige Diskurs der zeitgenössischen Welt: nicht mehr nur die Theorie, sondern auch bereits die Ideologie von dem, was Rousseau ‚die strengste Demokratie‘ nannte.“ (p. 43) #Furet #Rousseau #Revolution #Demokratie