„Die freie Epoché hinsichtlich des Seins der erscheinenden und überhaupt für mich als wirklich geltenden Welt – als wirklich in der früheren natürlichen Einstellung – zeigt ja diese größte und wunderbarste aller Tatsachen, nämlich daß ich und mein Leben in meiner Seinsgeltung unberührt bleibt, ob nun die Welt ist oder nicht ist oder wie immer darüber entschieden werden mag. Sage ich im natürlichen Leben: »Ich bin, ich denke, ich lebe«, so sagt das: Ich, diese menschliche Person unter andern Menschen in der Welt, durch meinen körperlichen Leib im realen Zusammenhang der Natur stehend, in den nun auch meine cogitationes, meine Wahrnehmungen, Erinnerungen, Urteile usw. als psychophysische Tatsachen eingegliedert sind.“ (p. 10) #Husserl #Epoché #Sein #Welt
Neu :: Kurt Röttgers: Das Soziale denken. Leitlinien einer Philosophie des kommunikativen Textes
Zitat
„Unter dem Leitbegriff des »kommunikativen Textes« legt Kurt Röttgers eine neue Konzeption einer Sozialphilosophie vor, die nicht wie klassische moderne und spätmoderne Konzeptionen von einem Subjekt ausgeht und von dorther versucht, das Soziale verständlich zu machen. Stattdessen wird hier von demjenigen »Zwischen« ausgegangen, welches das Soziale ist und begreifbar werden lässt, was Subjekte sind und wie sie im sozialen Prozess konstituiert werden. Dieses »Zwischen« stellt sich dar als ein Prozess der Kommunikation, der die Gestalt eines Textes einnimmt.
Der kommunikative Text wird vom Autor in den drei Dimensionen der Zeitlichkeit, der Sozialität und des Sinns analysiert, um die Fruchtbarkeit des Ansatzes im Zwischen des Sozialen aufzuzeigen. Dabei wird vermieden, dem Zwischen als Gemeinsam-Sein eine substantielle Interpretation zu unterstellen, sei es als »die« Gesellschaft oder »die« Gemeinschaft, das Volk oder die Nation. Denn das Zwischen des kommunikativen Textes ist eine Relation und keine Substanz, ein Prozess und keine Institution.
Darüber hinaus werden im Sinne eines experimentierenden, schweifenden Denkens verschiedene Themen angesprochen, um diese Art einer Sozialphilosophie sich bewähren zu lassen, etwa: Einheit und Differenz bzw. Pluralität, Verführung, das Politische, der Dritte und der Fremde, Übergänge und Berührungen. Methodisch handelt es sich bei diesen Thematisierungen stets um Erkundungen, nicht um methodisch gesicherte Lösungen von Problemen.“
Thom: Les progrès scientifiques
Zitat
„Autrement dit, les progrès scientifiques sont toujours subordonnés à la possibilité d’un instrument mental qui permette d’exprimer les correspondances, les régularités des choses.“ (p. 96) #Thom #ProgrèsScientifique
Serres: Contrat naturel
Zitat
„Cette synthèse neuve lie l’univers et les cultures par un contrat naturel.“ (p. 29) #Serres #ContratNaturel
Starobinski: Der Dritte Stand
Zitat
„[I]hre [i.e. die Abgeordneten des dritten Standes] Anwesenheit in Versailles, ihre Forderungen und Verfassungssysteme sind schon der Ausdruck und die Handlung der Volkssouveränität selbst. Deren intellektuelle Wohlbegründetheit zu diskutieren, ist gar nicht mehr die Frage, sondern nur noch ihre praktische Umsetzung. Von dieser Volkssouveränität sind sie bewegt und gelenkt; sie sind nur deren Treuhändler und Vollstrecker. Die von ihnen ausgesprochenen Verordnungen versuchen nicht mehr, die theoretische Wahrheit der Lehre vom allgemeinen Willen zu beweisen: sie selbst sind gewollt von einem schon jetzt souveränen allgemeinen Willen. Dieser ist unbestreitbar in ihnen am Werk.“ (p. 52) #Starobinski #Rousseau #Volkssouveränität #AllgemeinerWille #DerDritteStand